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Wie fast immer lässt es sich meine lockerine nicht nehmen, für meinen Geburtstag etwas “Luftiges” zu suchen. Denn sie weiß ja um meine Leidenschaft für alles, was sich etliches über dem Boden abspielt. So erfuhr ich erst am Geburtstag, dass ich in wenigen Tagen in der Oststeiermark zu meiner ersten Ballonfahrt erwartet würde.

Ballonfahren in der Oststeiermark ist wegen der vielen überraschenden Wetterwechsel immer mit kurzfristigen Terminen verbunden. Am 16. Juni mittags bekamen wir den Anruf, dass am späten Nachmittag des 17. der Start ist. Da wir eh mit dem PKW fahren und ein Hotel nehmen wollten, kein Problem.
Die Fahrt über Pongau und die Obersteiermark, wie meist auf der AB, da wir dort schon bald jeden Briefkasten kennen. Weiters über Bruck an der Mur nach Kapfenberg, da wir das Mürztal über Fischbach durchfahren wollten, denn das war echtes Neuland für uns. Über den Sonnberg ist auch eine sehr schöne Strecke, wenn man es nicht eilig hat. Weiter ging es an kleinen Flüsschen entlang bis Birkfeld immer noch meist durch den Wald. Der Rest bis Stubenberg verlief auch problemlos. Es muß aber doch schon eine kleine Anspannung vorhanden gewesen sein, denn wir vergaßen fast völlig zu fotografieren.

Diese wunderschöne Kulisse wäre als Startort geplant gewesen. Das Schloß steht aber leider auf einer Anhöhe und der herrschende Dauerwind ließ keinen Start zu. Also wieder einsteigen und hinunter zum Stubenbergsee. Nicht so schön, aber dafür windstill.

der ca. 250 kg schwere Korb wird aus dem Hänger einfach heraus gekippt, die Seile verlegt und dann anfangs mit riesigen Ventilatoren der Ballon etwas in Form gebracht, wobei wir bei der Aufrichtung die Seile immer schön stramm halten mussten. Erst später wird mit dem Brenner heisse Luft eingeblasen, damit er Auftrieb entwickeln kann. Sobald er sich vom Boden löst, stellt er auch den Korb aufrecht. Dann mussten schon einige Leute einsteigen, um den Ballon von einem Frühstart abzuhalten. Zur Sicherheit blieb der Korb noch am Transporter vertäut. Jetzt ging es flott. Während der Pilot den Brenner auf Dauerlauf hatte, sollten die restlichen Passagiere rasch einsteigen. Einige ältere Semester waren aber schon recht ungelenkig und schafften den Einstieg nicht alleine. Aber mit Schieben und Ziehen schafften wir alle an Bord. (Samt einem kurzen Plumpser auf den Korbboden) Das letzte Tau wurde gelöst und wir schwebten majestätisch himmelwärts.

erst ganz langsam, aber dann recht flott.

und jetzt gibt es erste Bilder aus dem Korb. Siehe da, unsere zurückgebliebenen haben sogar ihr letztes Radl weggeworfen. Dabei muß ich ausdrücklich zugeben, die Einladung lockerines galt nur unter der Auflage, dass sie nicht mitfahren muß. (Stier mag Erde unter den Füßen, immer.)

Der Partnerballon ist später gestartet als wir, gewinnt aber schnell an Höhe und sollte bald über uns schweben. Der Grund sind 2 Insassen weniger im bp und nicht meine Anwesenheit im Castrol!

Ein Luftfahrer einer anderen Glaubensrichtung kommt vorbei und begrüßt uns freundlich.

Und schon trägt uns die heisse Luft über den Kulm. Einige Gleitschirm Flieger haben wir längst unter uns gelassen. In etwa 15 km Entfernung kann man trotz des dunstigen Abends die Stadt Weiz ganz gut erkennen.

Hier konnten wir ein seltenes Phänomen fotografieren, das nur in den frühen Abendstunden beim Durchstoßen der Wolkenobergrenze möglich ist. Der eigene Ballon wirft seinen Schatten auf eine etwa 200 m entfernte Wolke. Die helle Glorie um den Korb wurde durch meinen Heiligenschein verursacht.

Wir sind jetzt ungefähr auf 3500 m Höhe.

Es soll noch knapp 400 m höher gehn, damit wir das pralle Sonnenlicht genießen können.
Hier wurde es auch schon ganz schön frisch, aber die Aussicht übertrifft alles. Was ist dagegen ein Linienflug mit Fensterplatz!

Der Kollege hat uns durch die Wolken auch wieder überholt.

Und meine Kamera mit 64 fach Zoom begeistert mich hier erneut. Wenn die Wolken aufreissen, sind aus fast 4000 m Höhe solche Bilder möglich. Jahrzehntelang ein unerfüllbarer Wunschtraum. Oder nur mit Stativ möglich.

Leider musste die Reise durch die Wolken wieder angetreten werden. Es kann halt nix ewig geben.....

Die Gondel noch im gleissenden Sonnenlicht, am Boden schon die Wälder in der Abenddämmerung, unterbrochen von Dörfern, wie Fleckerlteppiche. Schöner gehts kaum.

Am Boden sollte uns auch noch die Erhebung in den Adelsstand erwarten.

Das Kornfeld als geplanter Landeort, man beachte die 3 kV Leitung links unten. Doch Peter meisterte die Herausforderung bravurös.
Mit Feuer und Wasser wurden wir der Reihe nach getauft.

Bernadette unsere älteste Teilnehmerin hat sich mit 75 alleine zu der Tour angemeldet. Bravo! Aber über ein bisschen männlichen Begleitschutz war sie doch sichtlich froh.
Nach der Adelstaufe musste noch alles schnell eingepackt werden, wobei auch die Fahrgäste brav mithalfen, da es schnell dunkel wurde. Den Ballon so klein zusammenzurollen, dass er in den Korb passt, war schon eine kräftezehrende Arbeit für alle.

Anschließend gab fast im Dunkeln noch eine feine steirische Jause mit hausgemachten Apfelsaft, Bier und Sekt sowie den gefürchteten belegten steirischen Brötchen. Aber an einen frühen Schlaf war nach einem so aufregenden Tag ohnehin bei keinem Teilnehmer zu denken.

Für den nächsten Tag haben wir einen kurzen Besuch in Kriechenland vorgesehen. Manche von euch werden es besser als das Apfeldorf Puch bei Weiz kennen, das auch ein Apfelmuseum besitzt.

Der Museumsbesitzer vulgo Apfelbauer, vulgo Genossenschaftsvorsitzender verbat sich dann das Fotografieren mit Blitzlicht. Sorry, ich wußte nicht, dass die auf diesem düsteren Dachboden gelagerten Schätze vergleichbar mit denen im Louvre sind. Also keine Fotos mehr. Immerhin war auch der Vortrag ganz interessant. Über den drastischen Rückgang an Apfelsorten befragt, sagte er, daran seien in erster Linie die Konsumenten selbst schuld. Über 90% der verkauften Äpfel verteilen sich auf lediglich 5 Sorten. Im Apfelland könnten mehr als 30 Sorten ideal gezüchtet werden, aber wenn keine Nachfrage besteht, wird auch nicht angepflanzt. Die Frage, warum es in den Supermärkten kaum optisch nicht ganz perfekte Äpfel gibt, beantwortete er so: Es gäbe bei den beiden großen Konzernen nur die Einstufung Handelsklasse A und Wirtschaftsobst. Stand Juni 2014 war der Preis für Wirtschaftsobst bei 9 Cent / kg. Selbst wenn man den Jammer-Faktor der Bauern hier abzieht, ist das ein ruinöser Preis.

Natürlich haben wir uns zum Abschuß noch ein Glas Most und dazu ein herzhaftes Speckbrot geleistet, um für den Besuche des Kulm mit seinem Keltenmuseum gerüstet zu sein. 

in einer Reisebroschüre über den grünen Klee gelobt, war es unser Wunsch, das Dorf zu besuchen. Unsere Eindrücke waren geteilt. Zweifellos gibt es sehr viele gut aufbereitete Informationen, aber die Darstellungen waren doch teilweise sehr gewöhnungs bedürftig. Speziell die Schaufensterpuppen sind ein NO-GO.

Der keltische Lebensbaumkreis ist vielen schon bekannt, deshalb stelle ich ihn hier nicht größer dar. Wer ihn nicht, kennt, er ist ganz leicht zu googeln. Ich finde ihn sehr interessant und er lehrt uns unglaublich viel über die Eigenschaften der verschiedenen Bäume. Ob man das nun auf Eigenschaften der Menschen projizieren mag, ist Glaubenssache.

Auch dieser Tag verging wieder wie im Flug und wir beendeten ihn mit einer beschaulichen Umrundung des Stubenbergsees im Abendrot. Geht man gemächlich, braucht man dazu etwa eine Stunde.

Der nächste und vorletzte Tag unserer Reise war für einen Besuch unserer Verwandten in Weiz reserviert und endete wie üblich mit einer kräftigen Einkehr im Buschenschank.

Die letzten Bilder, Beginn der Heimfahrt durch die Weizklamm:

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