Nord- und Mittelitalien
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Eine kleine Vorbetrachtung zu unserer Frühlingsreise:
Auch wir kommen in die Jahre und wollen es gemütlicher haben. Die Zeiten des jeden Tag Weiterfahrens sind vorbei. Wenn es uns wo gefällt, wollen wir 3 bis 5 Tage an jedem Ort bleiben. Wir haben wie immer einen Mix aus Freistehen, Stellplätzen und ACSI Campingplätzen gewählt. Das geht in Italien in der Vorsaison ganz prima.

2. 5. Bergheim - Palmanova                                                                 350  km                  Ges:  350 km          

Die 9-eckige Stadt mit ihrer umlaufenden Festung hat uns

schon immer angelockt. Spazieren gehen teils auf den Festungsmauern, teils durch die engen Gassen, aber immer landet man am Piazza Grande. Nachts sind wir neben einer Festungsmauer völlig unbehelligt frei und ruhig gestanden. Der SP dagegen wäre laut und eng gewesen

Die schönen Wandelhallen sind picobello sauber.

3. 5. Palmanova - Chioggia                                                                 152  km                  Ges:  502 km          

Wir fuhren weiter nach Chioggia / Sottomarina am südlichen Ende des Golfs von Venedig. Denn wir wollten am nächsten Tag eine Schiffahrt nach Venedig buchen. Speziell interessiert hat uns eine Kombination zwar nur mit Kurzaufenthalt am Markusdom, aber dafür Besuch aller wichtigen Inseln, wie Lido, Murano, Burano, Torcello.

Der Mensch denkt und Petrus lenkt. Schon beim Spaziergang durch die Altstadt zum Hafen kam Wind und Regen auf. Piccolo Venezia trug also schon Trauer. Was würde sich am Ticketschalter abspielen? Leider nichts Gutes, denn dort erwartete das Personal Dauerregen für den nächsten Tag und erklärte uns, mit weniger als 20 Passagieren würde das Schiff nicht fahren. Verständlich, war es doch für etwa 80 Passagiere gebaut. Einzig, das Schiff, das nur Venedig ansteuert würde sicher fahren. Nachdem wir Venedig schon oft besucht hatten, war das keine Alternative und so beschlossen wir, ganz gegen unser Vorhaben am nächsten Tag weiter in den Süden zu fahren auf der Suche nach Sole e Mare.

4. - 6. 5. Chioggia - Riccione                                                                 213  km                  Ges:  715 km          

Ein typisch italienischer Badeort etwa 15 km südlich von Rimini. Aber was in Rimini Masse ist, wird hier durch Klasse ersetzt.
Wie man sieht, war der Strand noch sehr leer, aber in der Abendsonne ideal für lange Strandspaziergänge.
Doch am frühen Nachmittag gab es schon erste Strandbesucher. Die meisten nur zum Sonnen. Was sehr angenehm war, dieser Strandabschnitt gehörte exclusiv zum CP Romagna.

Auch wir nutzten diesen Luxus. lockerine wie üblich als Bewacherin meines Handtuches und ich im Meer. Ich gebe jedoch zu, die Schwimmübungen fielen noch relativ kurz aus.

Was ich an Italiens CP´s nie verstehen werde: Warum werden in der Zeit, in der das Meer noch zu kalt ist, nicht die Pools geöffnet? Heisses Solarwasser gäbe es bereits genug.

7. - 8. 5. Riccione - San Marino                                                                 32  km                  Ges:  747 km          

Da das richtige Badewetter noch zu wünschen übrig ließ, beschlossen wir nach vielen Jahren endlich einmal wieder San Marino zu besuchen. Es gibt mittlerweile einen kostenlosen Stellplatz etwa auf halber Höhe des Berges. Super!
Ausnahmsweise: N 43 56 26 O 12 26 30 Zur Seilbahn geht man etwa 15 Minuten durch den Wald. Rechts: Wenn ich ikognito sein will, dann setze ich mein Albanien Kapperl auf. Warum lockerine das gar nicht mag, kann ich absolut nicht verstehen.
Der Zwergstaat hat von seinem Charme nichts eingebüßt und am Berg das ist eine liebe Mischung aus “Hauptstadt”,  Burg und Türmen.

Zu unserer selbst auferlegten Pflicht gehörte natürlich das Erwandern aller 3 Türme. Es lebe der Sport. Denn zu jedem Turm geht es steil hinauf, anschließend wieder steil hinunter. Das wiederholte sich bei jedem Turm. Naja die Türme waren ja im Mittelalter als Verteidigungsanlagen gebaut worden. So haben sie den Angreifern keinen Sichtschutz gegeben und waren auch relativ einfach zu verteidigen.

Die Stadt ist heute fast ausschließlich Fußgängerzone und hat  viele kleine Geschäfte. Der Tourismus Ramsch hält sich in lobenswerten Grenzen. Und so hat lockerine beschlossen: Wir bleiben noch einen Tag und da heute Kultura angesagt war, gehe ich morgen alleine in die Stadt shoppen.

Da man seiner einzigen Gattin keinen Wunsch abschlägt, kam es auch so. Die Übernachtung am SP direkt am Waldrand war herrlich ruhig und wir wurden mit einem Sternenhimmel überrascht, wie schon lange nicht mehr erlebt. Ich durfte den nächsten Tag nach Herzenslust dem Funkverkehr frönen. Mit dem vorangestellten Landeskenner von S.M. war ich natürlich auf Kurzwelle eine sehr begehrte Gegenstation. Bei der Kleinheit des Landes gibt hier nur recht wenige Funkamateure und dadurch ist die Republik funktechnisch nur sehr schwer zu erreichen.

9. - 13. 5. San Marino - Porto Recanati                                                                 141 km                  Ges:  898 km          

Die Stadt, zwischen Sirolo und Loreto gelegen haben wir schon auf der Anfahrt gut kennen gelernt, da wir uns mit dem Womo wegen zu niedrigen Brücken einige Male verfahren haben. Sie gibt wenig für das Auge und kulturell gar nichts her.

Rechts oben: Die markanten Kreidefelsen des Monte Conero.
Der CP ist recht schön, sogar mit geheiztem Pool und vielen alten Tamarisken, die allerdings das Einparken mit dem Womo nicht gerade einfach machen. Wir haben hier kräftig relaxt und sind manchmal schwimmen gegangen. Natürlich auch gut gegessen und getrunken. Weil man gar nichts tun auch nicht ewig aushält, wurden halt die ortsansässigen Viecher fotografiert.

Beim Abendspaziergang entdeckt: Eine Ferienvilla, direkt am Meer, die auch schon bessere Zeiten erlebt hat.

14. 5.  Porto Recanati - Perugia                                                                69 km                  Ges:  1067 km          

Auf dem Weg durch Umbrien haben wir die Hauptstadt stets links liegen lassen, da es uns nicht sonderlich interessant erschien. So wollten wir Perugia diesmal eine Chance geben. Der einzige Stellplatz mitten in der lauten Stadt minderte gleich die Vorfreude. Mit den umständlichen Öffis kamen wir nicht zurecht, also stand ein bergauf Hatscher von 1 1/5 Stunden an. Gewürzt von Regen- und Hagelschauern. Zwischendurch kam jedoch immer wieder die Sonne kurz heraus. Links auf ca. 2/3 Höhe das alte Militärspital, das wie eine Kirche aussieht. Die letzten knapp 100 Höhenmeter gab es dann Rolltreppen, sodaß wir endlich in der Altstadt ankamen, wo der angeblich schönste Brunnen Italiens stehen soll.

Links ist dieser “schönste Brunnen Italiens”. Das beste an Perugia war eine sehr gute Pizza, begleitet von einem leider nur noch sehr selten erhältlichen Moretti Bier. Dann durften wir wieder 90 Minuten den Berg hinunter hatschen. Eigentlich hätten wir das nicht gebraucht.

15. 5.  Perugia - Bolsena                                                                91 km                  Ges:  1158 km          

Am nächsten Tag war auch noch Markttag und der SP von PKW´s überfüllt. Wir sahen zu, so schnell wie möglich diese ungastliche Stätte zu verlassen. Durch den enormen Berufsverkehr mühten wir uns hinaus auf das ländliche Umbrien. Leider hatte Umbrien noch immer kein gutes Wetter für uns übrig. So erreichten wir den CP am Bolsena See im strömenden Regen.

Wenn das Wetter nicht passt, dann passt gar nichts. Der CP ungepflegt, wir mussten zB durch kniehohes Gras fahren und gehen. Eine unsichere Angelegenheit. Immerhin konnten wir in einer kurzen Regenpause in den Ort wandern und erstanden zwei x 5 Liter vom besten Olivenöl direkt vom Erzeuger.

Die herrliche Teerose entschädigte wenigstens das Auge.

Das im Reiseführer über den grünen Klee gelobte Restaurant erwies sich als Reinfall. Der Speisesaal mit Bahnhofshallen Charme war schon die erste kalte Dusche. Lockerines Bolsenaaal war am Griller bis zur Unkenntlichkeit verkohlt und mein Entrecote hatte einen Fettanteil von garantiert 50%. Die Beilagen waren von ähnlicher Qualität,

Unsere Absicht, länger zu bleiben haben wir schlagartig revidiert.

16. - 17. 5.  Bolsena - Saturnia                                                               62 km                  Ges:  1220 km          

Die Fahrt war an sich sehr interessant, so fuhren wir die längste Zeit an einem Fluß entlang, der an einer Staumauer endete. Der Dauerregen machte jedoch Fotos obsolet.
Der neu geschaffene SP ist riesengroß und auch recht ordentlich ausgestattet. Das Gelände ist jedoch sehr schräg und es fehlt jegliche Terrassierung. Ein armer Teufel, der ohne kräftige Keile unterwegs ist. Das Bild sagt alles.
Der alte SP oben im Ort wurde aufgelassen. Das gratis Shuttle zur Therme gibt es nach wie vor. Hier ist bei jedem Wetter viel los.

Zum Schluß noch eine Totale vom Gegenhang mit Zoom 18

18. - 22. 5.  Saturnia - Castiglione                                                               104 km                  Ges:  1324 km          

Durch den vielen Regen und Wind haben wir beide uns eine böse Erkältung eingefangen. Kaum haben wir Umbrien verlassen, klarte es schon auf und wir fahren auf schönen Landstrassen auf Grosseto zu. Das ist die Maremma, der südlichste Teil der Toskana. Hier galt es, wieder mal ordentlich einzukaufen für die bevorstehenden Pfingstfeiertage. Die Weiterfahrt nach Castiglione verlief problemlos, der CP war aber noch weitere 8 km außerhalb. So beschlossen wir, dieses reizende Städchen bei der Rückfahrt zu besuchen.

Wir nutzten die Feiertage zum Kurieren unserer diversen Wehwehchen wie Husten, Schnupfen, Heiserkeit etc...

Radeln oder gar Schwimmen gehen war natürlich abgesagt.
Aber im Strandcafe sitzen und auf das Meer hinaus träumen ließ auch die Zeit recht schnell vergehen

Am Abfahrtstag machten wir unser Vorhaben wahr, suchten und fanden in Castaglioni einen schönen Parkplatz am Sportplatz, den wir auch sogleich zum Übernachtungsplatz erklärten. Die Stadt hat uns leider schon wieder mit Regenwetter begrüßt, aber wir sind Kummer gewöhnt.

Die Burg ist leider in Privatbesitz und kann nur von Außen bewundert werden. Die uralte Kirche dagegen ist zugänglich. Sie wurde der Orgel beraubt und als Ersatz dient ein schlichtes  Harmonium.

Ja, sogar einen kleinen Strand bietet das Städtchen.

23. - 27.5.  Castiglione - St. Vincento                                                              54 km                  Ges:  1378 km          

Der riesige und äußerst gepflegte CP hat nur einen Nachteil: Bis zum Strand sind es 1000 m. Aber dafür gibt es Pools mit gesamt 3000 m2 Wasserfläche. Links dank Superzoom die Stadt San Vincento in 10 km Entfernung sichtbar. Rechts ist Elba.

Normalerweise fotografiere ich keine Toilettenanlagen. Doch hier erlaube ich mir eine Ausnahme.

Der Mond füllt sich, bei Vollmond sollten wir zuhause sein.

hier musste lockerine mit ihrem smartphone passen, denn der scheue Wiedehopf ließ uns nicht näher als auf etwa 10 m heran kommen. Der Mond schon gar nicht. Derzeit verweigere ich diese “Alleskönner” noch erfolgreich.

28. - 30.5.  St. Vincento - Marina di Massa                                                            140 km                  Ges:  1518 km          

Wir mußten schon wieder nordwärts fahren. Wegen des guten Zeitbudgets fuhren wir großteils Küstenstraße, da wir auch noch Mitbringsel zu suchen hatten. Wer willig ist, bringt immer sein Geld an. Marina di Massa, primär ein großer Frachthafen und gleichzeitig Badeort, ein scheinbarer Gegensatz, der aber gut geht.

Wir suchten natürlich den CP Luna auf, denn so heisst unsere Enkelin. Links der liebevoll gestaltete CP. Doch rechts: An so einem wunderschönen Haus geht man nicht achtlos vorbei.

Carrara mit seinen weltberühmten Marmor Steinbrüchen liegt nur 5 km entfernt. Wieder ein Tele Schnappschuss auf einen der Marmor Brüche. Auch in Massa gibt es sehr viele verarbeitende Betriebe. Einen beträchtlichen Teil des Hafen Umschlags macht das Marmor aus.

Ich möchte gerne das Geld haben, das hier scheinbar achtlos herumliegt. Die Blöcke sind aber ziemlich schwer und nicht im nebenbei mitzunehmen. Die bereits geschnittenen und polierten Platten werden in Hallen gelagert. Außerdem sind diese Marmor verarbeitetenden Betriebe mit ordentlichen Zäunen und schweren Toren geschützt.

31.5.  Marina di Massa - Mantua                                                           220 km                  Ges:  1738 km          

Jetzt hieß es, die Toskana zu verlassen. Spätestens bei der Überquerung des Po gab es kein Wegschauen mehr. Matua sagt mir zwar von der Schulzeit etwas: Andreas Hofer 1810 in Mantua erschossen. Aber ich war noch nie dort. Das wird geändert, noch dazu, wo die Stadt interessant sein soll, wird sie doch von 3 künstlichen Seen umgeben und ist somit eine Insel.

Am sehr noblen Stellplatz begrüßte uns nicht nur der Manager, sondern auch ein imposanter Felgenbaum.

Das trutzige Castello und die großen verlassenen Innenhöfe bieten einen sonderbaren Kontrast zur quirligen Innenstadt. Soll sein, Kontraste geben immer Abwechslung.

Da wird man ganz ehrfürchtig.

Ich habe hier bewusst Eindrücke gesammelt, wie sie nur von den eher abgeschiedenen Plätzen ausgestrahlt werden.
Bilder vom überlaufenen Zentrum, kommen mir hier irgenwie fehl am Platz vor.

Warum das so ist, kann ich nicht erklären. Mit Hofers Ableben wird es wohl nichts zu tun haben.

So mag ich Mantua in Erinnerung behalten. Hofers Grab haben wir übrigens nicht gefunden.

1.6.  Mantua  -  Wiesing in Tirol                                                           335 km                  Ges:  2063 km          

Das letzte Stück ist immer am Schwierigsten. Wir wollten eh nur Autobahn fahren, um rechtzeitig in Wiesing zwecks Gasprüfung zu sein. Doch schon weit vor Trient ging die Staubildung los. Der Grund: LKW Blockabfertigung am Brenner. Weil die LKW`s auch die linke Fahrspur rücksichtslos nutzten, ging natürlich gar nichts mehr. Wir brauchten von Trient bis zum Brenner 4 1/2 Stunden. Naja irgendwie kamen wir hungrig und durstig in Brennero an und wollten noch einmal richtig gut italienisch essen.

Schock laß nach. Die liebenswürdigen Standl am Brenner wurden alle abgerissen und durch 3 klotzige Outlet Center ersetzt. Die Gier ist ein Luder!!! Bürgermeister und Stadträten wünsche ich interessante Zeiten.
Zumindest gibt es noch ein paar wenige Lokale und wir hatten Glück und haben sehr gut gegessen. Gut gesättigt fuhren wir dann auf Landstraße weiter. Das ging schneller.

Obwohl wir die Verunstaltung des einst lieben Städtchens auf das Schärfste verurteilen, eines hat uns doch gefallen: Der Ursprung der Etsch wurde in einen schönen Brunnen gefasst und etliche Meter in einer gemauerten  Steinwanne weiter geführt.

2.6.  Wiesing in Tirol - Wanghausen                                                           181 km                  Ges:  2144 km          

Weil es schon so spät war, haben wir noch am Platz von Hans übernachtet und sind dann am nächsten Morgen ganz entspannt nach Hause gezuckelt.

Fazit: Das langsame Reisen hat uns sehr gut getan. Wenn Petrus ein bisschen freundlicher zu uns gewesen wäre dann wäre das sogar ein richtig schöner Urlaub geworden. Unser Jungvolk hat uns bei Telefonaten immer wieder berichtet, daß sie jeden Tag gießen müssten.

Liebe Grüße an alle virtuellen Mitfahrer lockerine und locker

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